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Angebot 48 von 75 vom 17.01.2023, 12:57

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Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin - Fach­be­reich Poli­tik- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten - Otto-Suhr-Insti­tut für Poli­tik­wis­sen­schaft_Exzel­lenz­clus­ter "Con­te­sta­ti­ons of the Libe­ral Script" (SCRIPTS)

Wiss. Mit­ar­bei­ter*in (Post­doc) (m/w/d)

Voll­zeit­be­schäf­ti­gung | befris­tet bis 31.12.2025 | Ent­gelt­gruppe 13 TV-L FU
Ken­nung: Post­doc_SCRIPTS_Tem­po­ra­lity

Aufgabenbeschreibung:

Exzel­lenz­clus­ter "Con­te­sta­ti­ons of the Libe­ral Script" (SCRIPTS): “Objekte von weit her und nach­hal­tige libe­rale Iden­ti­tät – Die Infra­ge­stel­lung mate­ri­el­ler Reprä­sen­ta­tion in Natio­nal­mu­seen des glo­ba­len Nor­dens“

Das Exzel­lenz­clus­ter „Con­te­sta­ti­ons of the Libe­ral Script (SCRIPTS)“ unter­sucht als For­schungs­ver­bund die gegen­wär­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen um das Modell der libe­ra­len Demo­kra­tie und Markt­wirt­schaft. Der Leit­be­griff des „Skripts“ steht für ein Set von Ideen und Insti­tu­tio­nen für die Orga­ni­sa­tion von Poli­tik und Gesell­schaft. Das beson­dere Merk­mal des libe­ra­len Skripts ist das Prin­zip der indi­vi­du­el­len Selbst­be­stim­mung. Das Haupt­ziel von SCRIPTS ist es, zu ver­ste­hen, warum das libe­rale Ord­nungs­mo­dell trotz sei­ner poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und sozia­len Errun­gen­schaf­ten in die Krise gera­ten ist. SCRIPTS exis­tiert seit 2019 und wird im Rah­men der Exzel­lenz­in­itia­tive von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) bis Ende 2025 geför­dert. Das Clus­ter ist an der Freien Uni­ver­si­tät Ber­lin ange­sie­delt und ver­bin­det ins­ge­samt acht Ber­li­ner For­schungs­in­sti­tu­tio­nen. Die For­schungs­teams des Clus­ters set­zen sich aus Dok­to­rand*innen, Post­dok­to­rand*innen und Pro­fes­sor*innen aus den Sozial- und Regio­nal­wis­sen­schaf­ten zusam­men. In den Berei­chen For­schung und Wis­sens­aus­tausch arbei­tet SCRIPTS mit For­schungs­ein­rich­tun­gen in allen Welt­re­gio­nen sowie mit Pra­xis­in­sti­tu­tio­nen aus Poli­tik, Kul­tur und Gesell­schaft zusam­men. Dar­über hin­aus holt SCRIPTS renom­mierte Gast­wis­sen­schaft­ler*innen aus der gan­zen Welt nach Ber­lin.

Auf­ga­ben­ge­biet:
West­lich libe­rale Län­der ver­su­chen in den letz­ten Jah­ren bewusst, durch die neu­ar­tige museale Aus­stel­lung von “Objek­ten von weit her” ein nach­hal­ti­ges (zukunfts­ori­en­tier­tes) und daher “moder­nes” Image von sich selbst und ihren Bezie­hun­gen gegen­über „ande­ren“ zu prä­sen­tie­ren. His­to­ri­sche Mus­ter gefühl­ter kul­tu­rel­ler Über­le­gen­heit sol­len dabei bewusst durch ein Bild gegen­sei­ti­gen glo­ba­len Respekts und kul­tu­rel­ler Sen­si­bi­li­tä­ten ersetzt wer­den. Das Pari­ser Musée du Quai Branly sowie das Ber­li­ner Hum­boldt-Forum sind dafür zwei Bei­spiele.
Aller­dings hat dies unge­ahnte Kon­se­quen­zen. Die inter­na­tio­na­len Dis­kus­sio­nen über Pro­ve­ni­enz und über die mora­li­sche Ver­pflich­tung ehe­ma­li­ger Kolo­ni­al­mächte, Kunst­werke und Arte­fakte zurück­zu­ge­ben, die geraubt oder wäh­rend Jah­ren kolo­nia­ler Domi­nanz und Beset­zung über dubiose Kanäle erwor­ben wur­den, hat zu brei­ten und lei­den­schaft­lich geführ­ten öffent­li­chen Debat­ten geführt. Dabei geht es um Geschichte, his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung, Dis­kri­mi­nie­rung und um die Neu­be­wer­tung, mit­un­ter auch Neu-Ent­de­ckung ver­ges­se­ner und unter­drück­ter Erin­ne­rung an die eigene (kolo­niale) Ver­gan­gen­heit. Diese Debat­ten berüh­ren nicht nur tra­di­tio­nelle Aus­stel­lungs- und Muse­ums­po­li­tik, son­dern auch inter­na­tio­nale (kul­tu­relle) Bezie­hun­gen. Sie sind Teil viel brei­te­rer Debat­ten dar­über, wie die Ver­gan­gen­heit, die Gegen­wart und die Zukunft west­li­cher Gesell­schaf­ten inter­pre­tiert und gese­hen wer­den kön­nen.
Stel­len diese kri­ti­schen Debat­ten eine beson­dere, an Objek­ten ori­en­tierte Infra­ge­stel­lung des libe­ra­len Skripts dar? Die­ser Frage soll die­ses Pro­jekt anhand fol­gen­der Leit­fra­gen nach­ge­hen:
1. Inwie­fern beein­flus­sen, for­men, spie­geln und ver­än­dern die öffent­li­chen Debat­ten über die Aus­stel­lung bestimm­ter “Objekte von weit her” brei­tere gesell­schaft­li­che Debat­ten und Dis­kus­sio­nen über die Geschichte und die gegen­wär­tige und zukünf­tige Iden­ti­tät libe­ral demo­kra­ti­scher Staa­ten sowie über deren Rolle in der Welt?
2. Inwie­fern ist diese beson­dere dis­kur­sive Dyna­mik mit ihrem Netz­werk aus bestimm­ten natio­na­len und trans­na­tio­na­len Akteu­ren und Insti­tu­tio­nen eine Infra­ge­stel­lung des libe­ra­len Skripts (eine „Con­te­sta­tion“)?
Der metho­di­sche Fokus wird dabei auf Mate­ria­li­tät (“Objek­ten”) lie­gen. Dabei sol­len Case Stu­dies aus dem libe­ral-demo­kra­ti­schen Glo­ba­len Nor­den (bspw. Deutsch­land, Frank­reich oder Groß­bri­tan­nien) mit unter­schied­li­chen kon­ti­nen­ta­len Per­spek­ti­ven und Stim­men “der ande­ren Seite”, von der die Objekte stam­men, kom­bi­niert wer­den (bspw. Sene­gal und Mexiko).
Die Post-Doc-Stelle ist für Kan­di­dat*innen der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und der Geschichte offen. Der*Die Kan­di­dat*innen ent­schei­den selbst über die genutz­ten Metho­den und über die Län­der Cases. Eine enge Zusam­men­ar­beit mit den Rese­arch Units Tem­po­ra­lity (Prof. Phil­ipp Lepe­nies, Poli­tik­wis­sen­schaft, Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin) und (Re-)Allo­ca­tion (Prof. Andreas Eckert, Geschichte and Afri­can Stu­dies, Hum­boldt Uni­ver­sity Ber­lin) ist vor­ge­se­hen. Die Stelle ist Teil eines Pro­jekts, an dem Principle Inves­ti­ga­tors unter­schied­li­cher SCRIPTS Rese­arch Units (Tem­po­ra­lity, (Re-) Allo­ca­tion and Bor­ders) sowie mit ande­ren Part­nern zusam­men­ar­bei­ten. Diese Kol­la­bo­ra­tion soll den inter­dis­zi­pli­nä­ren Aus­tausch und die Inte­gra­tion trans­kon­ti­nen­ta­ler Per­spek­ti­ven erleich­tern, die durch den*die Kan­di­da­ten*in allein nicht abge­deckt wer­den kön­nen. Ergeb­nis die­ser Zusam­men­ar­beit wird eine Reihe von Work­shops und gemein­same Publi­ka­tio­nen sein.
Die*Die Post-Doc wird am Otto-Suhr-Insti­tut für Poli­tik­wis­sen­schaft der Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin ange­sie­delt sein und damit auch Teil des For­schungs­zen­trums für Nach­hal­tig­keit (FFN).
Die Aus­wahl wird gemein­sam durch Prof. Lepe­nies and Prof. Eckert durch­ge­führt. Dabei gel­ten die SCRIPTS Diver­sity Rules & Gui­de­li­nes: https://www.scripts-berlin.eu/about-us/Diversity/SCRIPTS_-Diversity_-Rules-_- Gui­de­li­nes1/index.html.
Die Stelle soll der aka­de­mi­schen Qua­li­fi­ka­tion des oder der Kan­di­dat*in die­nen (“zwei­tes Buch”, Habi­li­ta­ti­ons­äqui­va­lent).

Erwartete Qualifikationen:

  • Abge­schlos­se­nes wis­sen­schaft­li­ches Hoch­schul­stu­dium in den oben genann­ten Fächern, Pro­mo­tion

Erwünscht:
  • Bereit­schaft für inter­dis­zi­pli­näre Ansätze und Koope­ra­tio­nen
  • aus­ge­präg­tes Inter­esse an den The­men Mate­ria­li­tät, Muse­ums- und (aus­wär­tige) Kul­tur­po­li­tik, Post-Kolo­nia­lis­mus sowie die Kon­struk­tion natio­na­ler Iden­ti­tät, regio­nal­wis­sen­schaft­li­che Exper­tise
  • exzel­lente Eng­lisch­kennt­nisse (C1 oder Äqui­va­lent)
  • sehr gute bis exzel­lente fran­zö­si­sche Sprach­kennt­nisse (ideal C1, C2) – idea­ler­weise kom­ple­men­tiert durch Spa­nisch­kennt­nisse
  • Kennt­nisse und Erfah­rung in der Anwen­dung qua­li­ta­ti­ver Metho­den.
  • exzel­lente Pro­mo­tion

Hinweise zur Bewerbung:

Bewer­bun­gen soll­ten per E-Mail unter Nen­nung der Ken­nung als PDF-Datei (in einem Doku­ment: Lebens­lauf, Kopien von Abschlüs­sen, Nach­weis von Sprach­kennt­nis­sen. Dar­über hin­aus soll­ten Kan­di­dat*innen in einem max. 2 Sei­ten lan­gen Schrei­ben ihre

Moti­va­tion dar­le­gen und bereits Ideen zu mög­li­chen Län­der-Cases und geplante metho­di­sche Ansätze äußern) an Prof. Dr. Phil­ipp Lepe­nies an die Adre­sce sustainability@polsoz.fu-berlin.de oder per Post gesen­det wer­den.

Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin
Fach­be­reich Poli­tik- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten
Otto-Suhr-Insti­tut für Poli­tik­wis­sen­schaft
Exzel­lenz­clus­ter "Con­te­sta­ti­ons of the Libe­ral Script" (SCRIPTS) Herrn Prof. Dr. Phil­ipp Lepe­nies
Ihnestr. 22
14195 Ber­lin (Dah­lem)

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Wir wei­sen dar­auf hin, dass bei unge­schütz­ter Über­sen­dung Ihrer Bewer­bung auf elek­tro­ni­schem Wege von Sei­ten der Freien Uni­ver­si­tät Ber­lin keine Gewähr für die Sicher­heit über­mit­tel­ter per­sön­li­cher Daten über­nom­men wer­den kann.